Hintergrund: | ||||
|
Das Untersuchungsgebiet, die Gunung Sewu („tausend Hügel“), eine ca. 1400 Quadratkilometer große Karstlandschaft an der Südküste Javas, ist von
hunderten miteinander vernetzten Höhlen durchzogen, woraus der komplette Austausch jeglichen Oberflächenabflusses durch ein weit verzweigtes
Abflusssystem im Untergrund resultiert. Das Wasser dieser unterirdischen Flüsse tritt fast vollständig erst wieder in Quellen an der Küste zutage.
Durch die schnelle Versickerung des Niederschlags in den Karstaquifer und das Fehlen geeigneter Wasserspeicher leiden die Bewohner der Gunung Sewu
in der Trockenzeit unter dem dadurch entstehenden Wassermangel. Die derzeitige Nutzung der Wasservorräte mittels über Dieselgeneratoren versorgte Pumpsysteme kann den momentanen Wasserbedarf (Versorgung privater Haushalte, Gewerbe und Landwirtschaft) nicht decken. Angesichts der zu erwartenden Bedarfssteigerung ist das bisherige Konzept der Wasserförderung aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht langfristig nicht zu verantworten. Eine nachhaltige Wasserversorgung stellt jedoch die Grundlage für die Entwicklung der gesamten Region dar.
MachbarkeitsstudieIm Rahmen einer Machbarkeitsuntersuchung (2000-2002) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wurden vom Institut für Wasser und Gewässerentwicklung (IWG) der Universität Karlsruhe die Möglichkeiten einer Bewirtschaftung der unterirdischen Wasservorräte erkundet. Die IWG-Studie kam zu dem Ergebnis, dass eine Nutzung der unterirdischen Wasserressourcen u.a. über den partiellen Einstau des Fließgewässersystems durch ein Sperrbauwerk mit integrierter Kleinwasserkraftanlage und die damit verbundene
Bezüglich einer Realisierung der Zielvorgaben stellte sich die Höhle („Gua“) Bribin als besonders geeignet heraus. Die Höhle weist ein Speichervolumen von überschlägig 400.000 m³ auf. Das Wasserdargebot ist auch während der Trockenzeit beträchtlich (> 2ooo l/s). Die potenzielle Einstauhöhe in der zugängigen Strecke beträgt etwa 15 Meter. Am unterstromigen Ende der Höhle sind ideale Voraussetzungen für die bautechnische Realisierung eines Einstaubauwerks mit integrierter Kleinwasserkraftanlage gegeben. |
|