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Die im Rahmen der Machbarkeitsstudie erarbeiteten Lösungskonzepte bieten die Grundlage für ein Pilotprojekt
(Laufzeit 2002 – 2006) mit dem Ziel, die Trink- und Brauchwasserversorgung der Bevölkerung während der
Trockenzeit unter Nutzung regenerativer Energiequellen und den Bedingungen vor Ort angepasster Technologien
(„appropriate technologies“) sicherzustellen. Hierunter sind alternative Bau- bzw. Bewirtschaftungs-Technologien
zu verstehen, die an das Können (Betrieb und Wartung) und die Bedürfnisse von Mensch und Natur in harmonischer
Weise angepasst sind.
Zur Umsetzung der Zielvorgaben ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit der Bereiche Wasserbau und Wasserwirtschaft,
Geodäsie, Geochemie, Baustofftechnologie sowie Ingenieur-Holzbau erforderlich. Zudem war angesichts des Pilotcharakters
des Projekts eine sozioökonomische Bewertung der geplanten Maßnahme mit Prognose der Auswirkungen einer verbesserten
Wasserversorgung auf die strukturelle Entwicklung der Gunung Sewu unverzichtbar.
Ausbau Gua Bribins zur Labor- und Demonstrationshöhle
Die Realisierung des Bewirtschaftungssystems wird in Form einer „Labor-“ bzw. „Demonstrationshöhle“ zu Versuchszwecken (Optimierung) erfolgen, wobei unterschiedliche Ausführungsvarianten berücksichtigt wurden:
Variante I: Partieller Einstau des Fließgewässersystems durch ein Stahlbetonbauwerk mit integrierter Kleinwasser- kraftanlage
Variante II: Bau einer Wehranlage (als ‚Pumpensumpf’) und Energiegewinnung zur Wasserförderung über Druckrohrleitung
Variante III: Energiegewinnung zur Wasserförderung über eine Kaskade von Wehranlagen mit Freispiegelabfluss
Über eine unterirdische Kleinwasserkraftanlage mit installierter Leistung von ca. 250 - 300 Kilowatt ließe sich kontinuierlich eine Wassermenge von 70 Liter pro
Sekunde fördern. Dies würde ausreichen, um pro Tag 75.000 Menschen mit 80 Litern Nutzwasser zu versorgen. Momentan liegt die Wasserversorgung der Bevölkerung
während der Trockenzeit bei z.T. unter 10 Litern pro Kopf und Tag.
Ausbau des Capacity-Buildings
Das Pilotprojekt soll die Grundlage für die Realisierung weiterer Großprojekte bieten. Angesichts der Rahmenbedingungen muss dieses Projekt auf einem
wissenschaftlich fundierten, technologisch angemessenen und sozioökonomisch sowie ökologisch verantwortungsvollen Umgang mit den Themen „Boden / Wasser /
Energie“ basieren. Hierdurch bietet es eine hervorragende Möglichkeit, neben technologischen Entwicklungen den Transfer von Wissenschaft und Lehre im Bereich
„Energy and Natural Resources“ nachhaltig zu unterstützen.
Grundlage ist die Erstellung und die Umsetzung eines Lehrprogramms, das speziell an die wissenschaftlichen Belange der ortsansässigen Universitäten und die
praxisnahe Ausbildung zum Betrieb und zur Wartung der wasserwirtschaftlichen Technologien angepasst ist. Die Ausweitung des bereits bestehenden Capacity-Buildings
umfasst den Austausch von Wissenschaftlern und Experten sowie die Betreuung von Forschungs- und Doktorarbeiten.
Die Nachhaltigkeit der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wird durch die Konzeption des Projektes als „2+2-Projekt“ gemäß den Förderrichtlinien des BMBF unterstützt.
Aus beiden Ländern beteiligen sich neben den wissenschaftlichen Partnern auch Industriepartner.
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Grundkonzept zur Höhlenbewirtschaftung
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Prinzipskizze zu Variante I
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Beispiel einer Holzdruckrohrleitung (Var. II)
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Konzeption als "2+2 Projekt" gemäß den Fördergrundlagen des BMBF
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